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1. Keine Agentur kann Google-Rankings garantieren
Wenn ich das Problem in einem Satz zusammenfassen müsste, wäre es dieser:
Man kann nichts garantieren, was man nicht vollständig kontrollieren kann.
Bei bezahlter Werbung (z. B. Google Ads) ist die Sache einfach: Erhöht man das Budget, steigt die Anzeige in den Suchergebnissen. Im SEO-Bereich funktioniert es jedoch ganz anders. Die Platzierungen in den organischen Ergebnissen hängen von den Suchmaschinen-Algorithmen ab, die sich laufend ändern. Keine Agentur hat darauf direkten Einfluss, und Google selbst warnt vor Versprechungen eines schnellen „Garantiert auf Platz 1“.
Wer verspricht, dass eine Website in nur 30 Tagen auf eine bestimmte Position kommt, überschätzt entweder seine Fähigkeiten oder – im schlimmsten Fall – täuscht seine Kundschaft bewusst.
2. Blitzschnelle Ergebnisse = riskante Methoden
SEO ist ein Marathon, kein Sprint. Solide Ergebnisse entstehen meist erst nach mehreren Monaten oder sogar Jahren.
Dennoch nutzen viele „garantierte“ SEO-Dienstleistungen Black-Hat-Methoden, etwa das massenhafte Einkaufen unnatürlicher Links oder das Kopieren fremder Inhalte. Diese Taktiken können eine Website kurzfristig weit nach oben bringen, enden jedoch fast immer mit einer Strafe seitens Google. Dann verschwindet die Seite unter Umständen komplett aus den Suchergebnissen – und man bleibt nicht nur ohne organischen Traffic zurück, sondern muss anschließend noch den angerichteten Schaden beheben.
Betrachten wir zwei hypothetische Szenarien:
- Szenario A (ohne „SEO-Garantie“):
Man bezahlt für SEO, aber die ersten Monate sind die Ergebnisse überschaubar. Erst um den sechsten Monat herum zeigt sich eine Investitionsrendite, und zum Ende des zwölften Monats haben sich Traffic und Umsatz über Google bereits gut etabliert. - Szenario B (mit „Garantie“, z. B. „Top 10 in 30 Tagen“):
Tatsächlich erreicht man vielleicht nach 30 Tagen die Top 10, allerdings werden dabei oft Methoden eingesetzt, die gegen Googles Richtlinien verstoßen. Nach einiger Zeit erhält die Seite eine Strafe und verliert sämtliche Besucher. Zurück bleibt man mit nichts. Häufig muss man sogar mit einer neuen Domain neu anfangen, weil die alte „verbrannt“ ist.
Welches Szenario riskanter ist, liegt auf der Hand.
3. Garantierte Rankings führen selten zu mehr Umsatz
Selbst wenn es jemand schafft, deine Website schnell für ein paar Suchbegriffe zu ranken, heißt das noch lange nicht, dass damit die Verkäufe steigen. Oft sind diese „garantierten“ Keywords nämlich:
- Kaum gesucht (praktisch kein Traffic).
- Thematisch nicht passend zu deinem Geschäftsbereich.
- Zwar leicht zu positionieren, bringen aber keine Conversions (z. B. rein informative statt transaktionale Suchbegriffe).
Am Ende erhält man zwar die versprochenen „besseren Rankings“, aber es bringt keinen realen Einfluss auf Umsatz oder Kundenakquise.
4. Kurzfristige Erfolge garantieren keine langfristige Beständigkeit
Ein Einjahresvertrag mit „Ergebnissen in 30 Tagen garantiert“ klingt verlockend. Doch sobald die Agentur das Versprechen einmal (wenn auch nur kurz) erfüllt hat, ist für den Rest der Vertragslaufzeit formal nichts Weiteres mehr zugesichert.
In extremen Fällen wird alles darangesetzt, um schnell und aggressiv die Mindestanforderungen der Garantie zu erfüllen, danach geschieht oft nichts mehr. Falls die Seite dann nach ein oder zwei Monaten abgestraft wird und ihre Platzierungen verliert, ist die „Garantie“ bereits als erfüllt abgehakt. Eine Rückerstattung oder weitere Unterstützung gibt es nicht.
Ein extremes Beispiel ist conch-house.com. Diese Seite steigerte ihren Traffic in nur zwei Monaten auf über sechs Millionen monatliche Besucher und erzielte dabei Einnahmen von rund 20.000 US-Dollar pro Tag. Allerdings setzte sie auf spamartige Methoden (z. B. Tausende kopierter Beiträge täglich) und wurde nach drei Monaten von Google komplett verbannt.

Aus Sicht vieler „Garantien“ wurde das Ziel erreicht: Die Seite war kurzfristig auf sensationellen Höhen. Doch nachhaltig war das Ganze nicht. Als Google eingriff, blieb den Eigentümern nichts übrig.
Wie sieht die einzige sinnvolle „SEO-Garantie“ aus?
Es gibt eine Art von SEO-Garantie, die als ethisch und sicher angesehen werden kann. Nachfolgend ein Beispiel eines echten Anwaltsbüros (Legal Eagles), das dabei half, eine entsprechende Klausel für einen Dienstleister zu entwerfen:
„8. Garantie der SEO-Effektivität
8.1 Wir bieten eine Garantie für die Wirksamkeit unserer SEO-Dienstleistungen, die wir „SEO-Leistungs-Garantie“ nennen.
8.2 Unsere Garantie bedeutet, dass wir, wenn Sie nach der Zusammenarbeit mit uns keine spürbaren Ergebnisse erzielen, für denselben Zeitraum, für den wir engagiert wurden, kostenlos weiterarbeiten, vorausgesetzt, dass:
- Sie uns uneingeschränkten Zugriff auf die Analysetools und Traffic-Überwachungstools Ihrer Website gewähren, wie z. B. Google Analytics, Google Search Console, Google Tag Manager und Call-Tracking-Software;
- die Zusammenarbeit über den von uns festgelegten Mindestzeitraum fortgesetzt wird;
- Sie nachweisen können, dass es keine wesentlichen Verbesserungen der SEO-Ergebnisse gab.
Keine Verbesserung im SEO bedeutet, dass:
- nach der Analyse branchenüblicher SEO-Tools keine neuen relevanten Keywords aufgetaucht sind, für die Ihre Website rankt;
- sich die Platzierungen der wichtigsten Keywords in den Suchergebnissen nicht verbessert haben;
- die Anzahl der Besuche über die organische Suche nicht gestiegen ist;
- die aus dem organischen Traffic generierten Einnahmen nicht gestiegen sind.
8.3 Diese Garantie umfasst nicht:
- das Versprechen, innerhalb kurzer Zeit den ersten Platz in den Suchergebnissen zu erreichen;
- die Zusicherung einer bestimmten Anzahl von Leads oder Kunden;
- die Garantie eines bestimmten Umsatzwachstums;
- jegliche anderen Zusagen, die nicht ausdrücklich im Vertrag enthalten sind oder nicht schriftlich von uns als Ausnahme bestätigt wurden.“
Was zeichnet diese Garantie aus?
- Der Anbieter haftet für relevante und wichtige Resultate – also Faktoren, die wirklich Einfluss auf dein Geschäft haben (Traffic, Conversions, Umsatz).
- Sie ist auf langfristige Ergebnisse ausgerichtet und nicht nur auf kurzfristige Ausschläge.
- Sie verspricht keine bestimmten Positionen in Google, sondern konzentriert sich auf Wachstum, das den Zielen des Kunden entspricht.
- Sie ist klar und transparent formuliert, mit eindeutig definiertem Umfang und Ausschlüssen.
- Sie verzichtet auf „rechtliche Schlupflöcher“, indem sie sich nicht auf zufällige Keywords mit quasi null Suchvolumen stützt.
- Sie wurde von einem Anwalt ausgearbeitet, der sich mit SEO auskennt, und ist daher juristisch fundiert.
Der beste Aspekt daran ist, dass die Garantie keine „magische“ Kontrolle über Googles Algorithmus voraussetzt. Vielmehr setzt sie auf eine solide SEO-Strategie, die auf lange Sicht zu echten Ergebnissen führt. Falls das nicht eintritt, muss die Agentur auf eigene Kosten weiterarbeiten, bis die Ziele erreicht sind.
Wie wählt man eine zuverlässige SEO-Agentur aus?
1. Richtet sich die Agentur an deinen geschäftlichen Zielen aus?
Eine seriöse SEO-Agentur beginnt damit, deine Ziele zu verstehen – ob es nun um mehr Umsatz, mehr Leads oder mehr Buchungen geht – und legt im Anschluss die Erfolgskennzahlen fest. Das können sein:
- Anzahl der Conversions
- Umsatzsteigerung
- Erhöhung der Gewinnmarge
- ROI der Kampagne
Platzierungen oder Traffic in Google sind lediglich Mittel zum Zweck. Wenn eine Agentur nicht nach deinem Geschäft fragt, sondern nur verspricht, deinen Traffic um 200 % zu steigern, ist Vorsicht geboten – denn Umsatzsteigerung ist damit nicht automatisch verbunden.
2. Suche nach Langzeit-Erfolgsnachweisen
Statt dich auf eine „Garantie“ zu verlassen, wirf einen Blick auf Portfolio oder Case Studies. Wenn eine Agentur mehrere Projekte präsentieren kann, die beispielsweise über 12–24 Monate (oder länger) gelaufen sind und deutliche Steigerungen bei Conversions oder Umsätzen zeigen, spricht das für ihre Erfahrung.
Achte dabei auf Details:
- Wie viele erfolgreiche Projekte gab es wirklich (nicht bloß ein oder zwei)?
- Gab es einen nachhaltigen Aufwärtstrend (keine kurzfristigen Ausschläge)?
- Wird ein Return on Investment oder Umsatzwachstum erwähnt statt nur Klickraten?
- Welche Leistungen waren genau Teil der Zusammenarbeit (z. B. Content-Erstellung, Linkaufbau, technisches SEO)?
Zusätzlich kannst du die Angaben eigenständig in öffentlichen Tools wie Semrush überprüfen:
- Veränderungen im organischen Traffic
- Den Wert dieses Traffics
- Backlink-Profil
- Entwicklung der Keyword-Ränge (steigen sie wirklich?)
3. Transparenz und „White Hat“-Methoden
Frage direkt nach, wie die Agentur konkret arbeitet. Wenn du Dinge hörst wie „1.000 Links in einer Woche“ oder „Wir haben unser eigenes Blog-Netzwerk“, sind das oft Warnsignale für Black-Hat-Ansätze.
Stattdessen solltest du nach einem Partner suchen, der auf hochwertige Inhalte, verantwortungsvollen Linkaufbau und eine saubere technische Optimierung setzt. Seriöse Agenturen erläutern klar, was sie pro Monat tun, welche Ergebnisse realistisch sind und in welchem Zeitrahmen du mit Erfolgen rechnen kannst.
4. Regelmäßiges Reporting und kontinuierliche Einblicke
Ein guter Dienstleister versteckt sich nicht vor Rechenschaft, sondern bietet monatliche oder vierteljährliche Reportings, in denen die wichtigsten Kennzahlen präsentiert werden – vorzugsweise jene, die sich auch tatsächlich auf deinen Geschäftserfolg auswirken (z. B. gesteigerte Umsätze über organische Suchergebnisse oder die Zahl neuer Leads).
Möchtest du, dass die Agentur den konkreten Umsatz über Google ausweist, musst du ihr entsprechende Daten (z. B. aus deinem E-Commerce- oder CRM-System) zur Verfügung stellen. Ohne diese Einblicke kann sie lediglich über SEO-Metriken wie organischen Traffic und dessen geschätzten Wert berichten.
Fazit
Die meisten „SEO-Garantien“ sind bestenfalls eine zu hohe Selbsteinschätzung einer Agentur und schlimmstenfalls ein Trick, um Kunden mit schnellen, aber oft unethischen Methoden zu ködern. Solche Abkürzungen mögen kurzzeitig funktionieren, führen aber langfristig zu Google-Strafen und im Extremfall dazu, dass man bei null anfangen muss.
Es gibt jedoch eine ethische Garantie, die auf nachhaltigen, echten Resultaten basiert: Erreicht eine Agentur keine Steigerung bei Conversions oder Umsatz, verpflichtet sie sich, kostenlos weiterzuarbeiten, bis die Ziele erreicht sind. Dieses Vorgehen konzentriert sich auf die tatsächlichen Bedürfnisse deines Unternehmens, versucht nicht, den Algorithmus auszutricksen, und verzichtet auf rein oberflächliche Kennzahlen wie „Ranking“ oder „Traffic“.
Hast du weitere Fragen zu SEO-Garantien oder möchtest du übliche Fallen umgehen, kannst du dich jederzeit auf LinkedIn bei mir melden. Viel Erfolg bei der Erreichung hoher Google-Positionen – jedoch bitte ohne riskante Abkürzungen!
